Von Roatán nach Galapagos

Das WLAN in Galapagos ist eine Katastrophe. Es hat mich ca. 30 Versuche über zwei Tage verteilt gekostet, um vier Fotos hochzuladen. Demnach wird der nächste Eintrag voraussichtlich erst wieder auf dem Festland sein oder wenn ich zu viel Langeweile habe.

Landwechsel ist meist ein wenig anstrengend, gerade wenn es nicht in das direkte Nachbarland geht. Und so hatte ich bereits eine Woche vorher alles arrangiert. Wie sind die Einreisebestimmungen? Was ist die beste Reiseroute, die günstigsten Flüge, etc.

Daraus ergab sich, dass es deutlich günstiger ist, von El Salvador aus zu fliegen, 200 Dollar günstiger als aus Honduras bzw. 300 Dollar günstiger als von der Insel.

Einreisebestimmungen für Galapagos, Ecuador und El Salvador sind im Moment jeweils geimpft oder PCR-Test. Noch vor zwei Monaten hätte ich nach ich für Galapagos geimpft sein müssen. Aber das wurde knapp drei Wochen später wieder zurückgenommen, wahrscheinlich, weil zu viele Personen ihre Flüge stornieren mussten.

So buchte ich also den Flug, die Fähre zum Festland und den Bus von Honduras nach El Salvador. Dabei trat dann das erste Problem auf, SMTP Error beim Versenden für mein Busticket. Ich habe also keine Email erhalten, meine Kreditkarte hatte aber nachweislich eine Buchung vorgenommen. Ich schrieb also eine Email an das Busunternehmen, um abzuklären, ob die Buchung funktioniert hatte und ein Ticket zu bekommen. Es waren schließlich noch 10 Tage bis zur Busfahrt und selbst bei einem Problem glaubte ich nicht, dass der Bus so schnell ausgebucht sein würde.

Eine Woche später bestieg ich die Fähre Richtung Festland. Der Wellengang war etwas gewöhnungsbedürftig und ich hatte einen der wenigen Momente, wo ich mein Handy zur Seite legen musste, weil mir dabei doch etwas schlecht wurde. Außerdem bekam ich auf dem oberen Deck immer wieder Wasser ins Gesicht, sodass ich mir einen Platz in der Mitte der Fähre suchte. Als wir am Hafen ankamen, stand noch die andere Fähre, die bereits eine halbe Stunde zuvor hätte einfahren sollen, vor der Bucht, da sich der Kapitän offenbar nicht traute, bei dem Wellengang in die schmale Bucht einzufahren.

Nach circa fünf Minuten Wartezeit tauchte ein kleines Boot mit Heckmotor auf, dass uns zeigte, in welchem Bogen wir in die Bucht einfahren konnten. Mit einem kleinen Drift machten wir uns also auf den Weg zur Anlegestelle und kamen dort problemlos an. Wenn ich den Matrosen richtig verstanden habe, hatte der andere Kapitän übrigens 15 Jahre Erfahrung und ist trotzdem nicht in die Bucht eingefahren. Zehn Minuten nach uns hat die andere Fähre dann aber auch angelegt.

Nach einer Nacht in La Ceiba, da die Fähre erst am Nachmittag ging, nahm ich den Bus zurück nach Tegucigalpa, 8 Stunden inklusive einer Stunde Pause, die vorher mit 20 Minuten angekündigt war. Aber man hat ja Zeit! 😉

Da ich auf meine Mail an das Busunternehmen nach einer Woche noch keine Rückmeldung erhalten hatte, rief ich am nächsten Morgen die Hotline an, gab dies dann aber auch wieder auf, nachdem ich nach einer Stunde immer noch niemanden an der Strippe hatte. Stattdessen suchte ich eine halbe Stunde nach dem passenden Bus und fuhr für ca. 50 Cent die 9 Kilometer zum Busbahnhof, um die Sache vor Ort zu klären.

Die Dame dort war sehr nett. Sie sagte mir, dass die Buchung vorhanden sei, sie aber ein paar Daten korrigieren müsste. Da dies am ersten Computer nicht funktionierte, nutzte sie nach einem Telefonat einen anderen. Eine weitere halbe Stunde später hatte ich dann tatsächlich ein ausgedrucktes Ticket für den übernächsten Tag und machte mich auf den Rückweg ins Zentrum.

Am nächsten Tag nahm ich den Covid-Test in Angriff. Ich hatte zuvor netterweise eine Liste der Testzentren auf der Seite der US-Botschaft gefunden. Der Test war schnell gemacht und ich sollte das Ergebnis in fünf bis sechs Stunden erhalten, was auch problemlos per PDF über WhatsApp funktionierte.

Ich füllte den Gesundheitsfragebogen für Ecuador sowie die Transit Control Card für Galapagos aus (Dabei mussten sämtliche Hostels angegeben werden. Ich habe also ausnahmsweise mal ein Hostel bereits mehrere Wochen im voraus gebucht.) und ließ alle Dokumente ausdrucken, inklusive Versichungsnachweis und Passkopie, die ich ggf. brauchen sollte, insgesamt 16 neue Blätter Papier für mein Gepäck.

Um 4:20 Uhr bestieg ich das Taxi zur Bushaltestelle. Ich verstehe echt nicht, warum die landesübergreifenden Busse in der Regel zwischen fünf und sechs Uhr am Morgen starten. Auch diese Busfahrt dauerte circa 8 Stunden inklusive Grenzübergang. Auf hondurianischer Seite der Grenze mussten wir etwas warten, da offenbar nur ein Beamter Dienst hatte, aber da unser Bus nur mit ca. 20 von 60 Plätzen besetzt war, ging es trotzdem schnell. Der Grenzbeamte wieß mich netterweise darauf hin, dass mein Visum nur noch zehn Tage gelte, was mir aufgrund des anstehenden Fluges aber relativ gleich war. Auf Seiten El Salvadors wurde dann einfach ein Beamter in den Bus geschickt, der Pässe kontrollierte und Covid-Tests einzusammeln bzw. Impfkopien einzusammeln, scheinbar ohne diese genauer zu betrachten. Dann kam noch der Zoll, der einen Drogenhund durch Bus und Gepäckfach schickte und schon waren wir durch. Einer der entspanntesten Grenzübergänge (mit Kontrolle), die ich je hatte.

Die Stempel-Politik in den C4-Staaten (Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua), die nach Vorbild der EU ein gemeinsames Visum über 90 Tage haben, kann ich übrigens beim besten Willen nicht Nachvollziehen. Bei Einreise nach Guatemala habe ich selbstverständlich einen Stempel mit 90-Tage-Visum erhalten. An der Grenze nach El Salvador habe habe ich dann einen Ausreisestempel für Guatemala bekommen, aber keinen Einreisestempel mit der Aussage, dass mein vorhandenes Visum weitergelte. Einen Ausreisestempel für El Salvador habe ich dann auch nicht erhalten, entweder, weil ich keinen Einreisestempel hatte oder weil El Salvador generell keine Ausreisestempel verteilt, wie ich es irgendwo gelesen habe. Bei Einreise von Costa Rica nach Nicaragua habe ich dann wieder einen Einreisestempel mit neuen 90 Tagen Visum erhalten. Bei der Grenze nach Honduras erhielt von Nicaragua im Gegensatz zu Guatemala keinen Ausreisestempel, dafür aber einen Einreisestempel von Honduras, allerdings ohne irgendwelche Visa-Angaben. Auch habe ich einen Ausreisestempel von Honduras, aber auch beim zweiten Aufenthalt keinen einzigen Stempel von El Salvador. Kann man nicht einfach überall oder nirgendwo an den Landesgrenzen Stempel geben?

Hätte das Impfzentrum in San Salvador am Freitag offen gehabt (Öffnungszeiten dummerweise Sonntag bis Donnerstag…), hätte ich jetzt übrigens meine erste Covid-Impfung. Seit dem 1.11. kann man sich nämlich in El Salvador auch als Ausländer impfen lassen. So schaue ich also weiter, ob ich noch irgendwo unterwegs die Möglichkeit bekomme.

Am Freitagabend ging dann mein Flug nach Ecuador. Entgegen der Empfehlung des Fluganbieters, 3 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, war ich erst 2 Stunden vorher da, da ich die Größe des Terminals bereits kannte, und war trotzdem noch 50 Minuten vor Beginn des Boardings am Gate. Die Prüfung des Covid-Tests vor Abflug war recht überschaubar. Und glaube nicht, dass bei dem flüchtigen Blick überhaupt der Testzeitpunkt geprüft wurde.

Halb zwei Uhr nachts landete ich dann auf dem Flughafen von Quito. Hier wurde ich noch nicht einmal nach dem Covid-Test gefragt (wurde ja bereits durch die Fluggesellschaft geprüft), sondern musste nur meinen Gesundheitsfragebogen abgeben, um einreisen zu können. Ich sammelte mein Gepäck ein, welches – im Gegensatz zur Aussage des Mitarbeiters des Flugunternehmens in San Salvador – natürlich nicht automatisch weitergeleitet wurde sondern auf dem Gepäckband lag, da es für Galapagos speziell gecheckt werden muss und suchte mir eine ruhige Stelle, um mich auszuruhen. Schlafen konnte ich aber nicht.

Um 5 Uhr öffnete der Schalter, um die zuvor online ausgefüllte Transit Control Card abzuholen. Ich wurde nach Impfung bzw. Covid-Test gefragt. Allerdings wurden meine Angaben einfach eingetragen, ohne auch nur einen Blick auf das Papier zu werfen und gegen Gebühr von 20 Dollar erhielt ich die Einreiseerlaubnis für die Galapagos Inseln. Danach wurde das Gepäck gescannt, wobei ich beim besten Willen nicht weiß, was dort gescannt wurde, denn weder Lebensmittel noch Plastiktüten, die ich eigentlich nicht nach Galapagos einführen darf, stellten irgendein Problem dar. Das Gepäck wurde verplomt und ich konnte es beim Gepäckschalter wieder aufgeben.

Die Einreise war deutlich entspannter als ich es zuvor gelesen hatte. Auch hier wollte keiner meinen inzwischen 71 Stunden alten Covid-Test sehen. Ich zahlte 100 Dollar Nationalpark-Gebühr, mein Handgepäck wurde nochmal gescannt und ich war nach Galapagos eingereist. Noch am Flughafen sah ich das erste nur in Galapagos lebende Tierart, eine Meerechse. Die Leguanart wird mit bis zu einem Meter relativ groß und ist die einzige Echse, die sich von Algen ernährt.

Es folgten 5 Dollar Busticket, 1 Dollar Fährticket und weitere 5 Dollar für den zweiten Bus und nach einer Stunde war ich in Puerto Ayora angekommen, wo ich mein Hostel aufsuchte und eincheckte.

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