Einreise Nicaragua

Ein anderer Reisender erzählte mir, dass ich für die Einreise für Nicaragua ein Online-Formular ausfüllen müsse, was ich auf der offiziellen Seite des Landes dann auch gefunden habe. Es aufzurufen, war allerdings ein Kampf. Man bekam Bilder gezeigt, auf dem man LKWs, Flugzeuge und sonst etwas anklicken musste, um sicher zu stellen, dass man ein Mensch ist. Allerdings hat das mit der Weiterleitung zum Formular nicht wirklich geklappt. Stattdessen hatte ich zehn Sekunden später das nächste Auswahl-Bild vor mir. Ungefähr zwanzig Mal habe ich Flugzeuge in unterschiedlichen Browsern angeklickt, bis ich es endlich zum Formular schaffte. Zu meiner Freude war dies ausschließlich auf Spanisch, sodass ich einige Punkte nachschlagen musste. Sehr schön war auch die Berufsauswahl, eine Liste von 100 Einträgen oder mehr. Sehr toll, wenn man gar nicht weiß, was genau man überhaupt sucht. Der nächste Spaß war, dass, wenn man auf „Weiter“ gedrückt hat und im Formular ein Fehler war, auf Fehlermeldung auftauchte, die man nicht mehr wegklicken konnte. Also Website neu laden, wieder zwanzig Mal LKWs anklicken und nochmal von vorne beginnen. Vier Versuche habe ich gebraucht, bis ich es endlich abgeschickt hatte, was mich mehrere Stunden gekostet hat. Was ich erst danach gesehen habe: Dass ich es eigentlich hätte sieben Tage vor Einreise ausfüllen müssen und nicht nur drei, weil es von den Behörden genehmigt werden muss. Ich warte heute noch auf eine Genehmigung.

Auf der Seite des Auswärtigen Amtes stand von dem Formular übrigens nichts. Nach den fehlerhaften Informationen zum Covid-Test für die Einreise nach El Salvador das zweite Mal fehlende Informationen.

Am Tag der Einreise hieß es dann wieder einmal früh aufstehen. Um sechs sollte der Bus fahren. Man musste aber 45 Minuten vorher dort sein für das Boarding. Das hieß also Aufstehen um halb fünf. Am Busbahnhof wurde dann Ticket und Covid-Test geprüft, eine Ausreisegebühr von 8 Dollar bezahlt und dann durfte man einsteigen. Keine Ahnung, warum, aber die Prozedur hat rund anderthalb Stunden gedauert, bis alle Personen im Bus waren.

Mit 50 Minuten Verspätung setzten wir uns dann endlich in Bewegung. Es gab eine halbstündige Frühstückspause, aber ansonsten verlief die Reise bis zur Grenze ereignislos. Die spanischen Ansagen des Busfahrers habe ich leider nicht verstanden, aber ich hätte wohl Geld wechseln können und sollen, da es sich in Nicaragua als äußerst schwierig erweist, eine Wechselstube zu finden. Aber vielleicht in der Hauptstadt, bevor ich ausreise.

Die Ausreise aus Costa Rica verlief problemlos. Prüfung der gezahlten Ausreisegebühr, Blick auf den Covid-Test und dann ein Stempel im Pass und alle wieder in den Bus einsteigen. Fünfzig Meter weiter hielt der Bus erneut für eine Zufallsgepäckkontrolle. Wir also alle am Warten, bis das ausgewählte Gepäckstück kontrolliert war. Dann ging es weiter.

Weitere fünfzig Meter weiter erneuter Stopp. Zwei Personen betraten den Bus. Eine, um sich den Covid-Test anzusehen und auf Datum, Unterschrift und Ergebnis zu prüfen, was durch einen Haken an den entsprechenden Stellen auf dem Papier quittiert wurde, die andere, um Pässe zu kontrollieren und ggf Fotos davon zu machen. In einem Fall wurde auch ein Polizist dazu gebeten, um sich den Pass genauer anzuschauen.

Weitere fünfzig Meter später der nächste Stopp. Eine Person ging durch den Bus, um Sitzplatznummern und Namen der Passagiere abzugleichen.

Der nächste Halt war dann für die Desinfektion der Räder und Unterseite des Busses. Zumindest gehe ich davon aus, dass es sich um eine Desinfektion handelte, da ein Schild „Hoch-toxisch“ verlauten ließ und die Arbeit mit Gasmaske und Gummi-Anzug verrichtet würde.

Beim nächsten Halt durften wir endlich mal wieder aussteigen und unser gesamtes Gepäck wieder aufnehmen, um dann… Unseren Covid-Test einmal prüfen zu lassen. Es wirkte ein wenig wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Zu Fuß weiter in das Haus für die Einreise nach Nicaragua. Nachdem man eine Kommunalsteuer von einem Dollar gezahlt hat, durfte man an den Schalter, um einen Stempel für Nicaragua gegen Vorlage des Passes und des Covid-Tests zu bekommen. Von dem Online-Formular oder auch dem im Bus ausgefüllten Zollformular wollte bei mir keiner etwas wissen. Die einzigen beiden Fragen waren nach meiner Unterkunft und meinem Beruf, was sich als etwas schwierig erwies, da sie mit Software in Softwareentwickler nichts anfangen konnte. Wir haben uns dann nach kurzer Diskussion auf „Informático“ geeinigt.

Und dann war da noch die Einreisesteuer, 13 Dollar. Zu zahlen nur in Dollar (beide Länder haben eigentlich andere Währungen) und nur in Bar. Möglicherweise hatte der Busfahrer das gesagt, aber ich hatte ihn ja nicht verstanden. Zum Glück hatte ich noch ein paar Dollar aus El Salvador, und das nur, weil der Taxifahrer am ersten Tag in Costa Rica den 20-Dollar-Schein nicht nehmen wollte, weil ein Kugelschreiberstrich darauf war. Ansonsten würde ich wahrscheinlich immer noch an der Grenze stehen. Inzwischen habe ich übrigens, dass Nicaraguanische Behörden generell nur Dollar nehmen. Und an den Geldautomaten in Nicaragua kann man sogar Dollar bekommen. Theoretisch galt das auch in Costa Rica, aber da waren nie welche verfügbar.

Nächster Punkt: Gepäckkontrolle. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Gepäck jemals bei der Einreise in ein Land durchleuchtet wurde. Bei Ausreise, insbesondere bei Flugreisen, oder zufällige Zollkontrolle, aber bei Einreise grundsätzlich durchleuchten? Wie dem auch sei, beide Rucksäcke aufs Band. Und offenbar war mein Elektronikgewirr zu uneindeutig, sodass ich meinen Rucksack öffnen durfte. Und bei so einem Rucksack kommt man ja nicht so einfach an alles ran. Ich also den halben Rucksack ausgepackt, bis die Beamten zufrieden waren. Das ich allerdings noch eine Powerbank und alles mögliche in den Hosentaschen hatte, hat wiederum keinen interessiert.

Dann Warten auf den Bus. Keine Ahnung, welche Prozeduren der noch über sich ergehen lassen durfte. Dann Gepäck nach Zielort einladen und beim Einsteigen nochmal Passkontrolle, dass wir auch wirklich einen Einreisestempel bekommen haben.

Insgesamt durfte ich also viermal meinen Covid-Test und fünfmal meinen Pass vorlegen. Nach knapp drei Stunden Grenzaufenthalt ging es dann aber weiter.

Da ich nicht wusste, wie lange die Fahrt dauern würde, habe ich meine erste Nacht für Rivas gebucht, einem netten kleinen Städtchen, dass aber sonst nicht viel zu bieten hat. Ich traf dort aber eine nette Dame, die mir allerlei Informationen für meine ersten Zielort, die Ometepe-Insel zukommen ließ.

Dazu aber mehr im nächsten Beitrag.

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