Acatenango

Jeder, den ich getroffen habe, hat mir gesagt, dass das die Tour ist, die man gemacht haben muss. Und so habe ich die anderthalb tägige Tour schließlich für rund 45 Euro gebucht.

Um 8:30 wurde ich an meinem Hotel eingesammelt. Dann ging es kreuz und quer durch die Stadt, um drei weitere Personen einzusammeln und schließlich die Ausrüstung abzuholen. Wir wurden mit Winterjacke, Mütze, Handschuhen und Essen ausgestattet. Vier Liter Wasser waren bereits im Gepäck.

Um zehn Uhr erreichten wir unseren Startpunkt auf rund 2400 Metern Höhe. Unser Guide war bereits vor Ort und so konnte es direkt losgehen. Leider hatte sich seit der Buchung eine kleine Erkältung angekündigt, sodass ich sehr viel am Husten und Niesen war.

Bereits die ersten Meter waren sehr anstrengend. Es ging steil bergauf. Wir gingen langsam und machten alle 15 Minuten Pause. Ich war zumeist das Schlusslicht. In den ersten zwei Stunden dachte ich echt, ich überstehe das nicht, aber letztendlich sind wir gar nicht so schlecht vorangekommen. Bereits nach einer Stunde hörten wir die erste Eruption des Nachbarvulkans Fuego, konnten aber nichts sehen, da dieser hinter Acatenango lag.

Um 12 Uhr legten wir eine Mittagspause ein. Es gab Reis und Hähnchen, natürlich kalt (Lunchbox), aber doch ganz lecker. Danach wurde der Weg weniger steil, aber der Husten machte mir wirklich zu schaffen. Die letzten halbe Stunde ging es dann eher um den Berg als hinauf und so erreichten wir um 14 Uhr das Basiscamp auf 3600 Metern Höhe.

Die Sicht bei unserer Ankunft war gleich null und da ich erschöpft war, legte ich mich erstmal für zwei Stunden hin.

Als ich wieder aufstand, hatten die anderen bereits ein Feuer gemacht und beobachteten den Vulkan Fuego, der immer mal wieder hinter den Wolken auftauchte. Die Sicht wechselte immer wieder, aber da der Vulkan gefühlt alle 20 Minuten ausbricht, gelang es uns schließlich, auch Lava fliegen zu sehen.

Wir saßen bis zehn am Feuer, um die besten Fotos einzufangen, bevor wir totmüde ins Bett fielen, einem großen Zelt mit einer Reihe von ca 12 Schlafplätzen, von denen wir aber nur 4 brauchten. Die Nacht war nicht wirklich erholsam, da ich stündlich vor Husten und Kälte aufwachte.

Am nächsten Morgen ging es um vier Uhr los, den Rest des Vulkans zu besteigen, um gegen 5:30 Uhr den Sonnenaufgang zu bewundern. Der Aufstieg war ein Kampf. Alle paar Meter dachte ich, ich bekomme keine Luft mehr und musste stehen bleiben, um meinen Puls zu beruhigen. Denn gefühlt kam nicht genug Sauerstoff in meinem Gehirn an.

Letztendlich erreichten wir aber die Spitze auf 3975 Metern und hatten eine tolle Aussicht. Der Wind war enorm und eisig, sodass man sich in andere Richtung drehen musste, um atmen zu können. Nach ein paar Minuten in dieser Eiseskälte kehrte wir schließlich ins Camp zurück, wobei wir den tiefen Sand nutzen, um unsere Schritte zu bremsen, das heißt, man machte einen Schritt und rutschte dann, bis der Fuß bis über den Knöchel eingesunken war, um dann den nächsten Schritt zu machen.

Um 6:30 Uhr gab es dann schließlich Frühstück im Camp, bevor wir unsere Sachen zusammenpackten und uns wieder an den Abstieg machten. Der Abstieg ging ziemlich auf die Knie. Immer wieder gerieht man ins Rutschen, aber letztendlich war wir doch deutlich schneller, als beim Aufstieg. Um 10 Uhr war wir bereits wieder unten, wo wir noch eine halbe Stunde auf unseren Transfer zurück nach Antigua warteten.

Insgesamt lohnt sich die Tour auf jeden Fall. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, einen Vulkanausbruch aus der Nähe zu erleben.

Meine Beine fühlten sich am nächsten Tag erstaunlich gut an. Ich hätte eine weitere Tour machen können, hätte die Erkältung mir nicht so zugesetzt. Und so lag ich die letzten zwei Tage fast ausschließlich im Bett und versuche mich zu erholen. So richtig gut klappt das aber nicht.

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